Nie wieder Krieg oder immer wieder Krieg?

Was passierte am 8. Mai?

Vor genau 80 Jahren, am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation der Wehrmacht und damit der Niederlage Deutschlands und dem Sieg der Alliierten Mächte. Am 9. Mai wurde das letzte Konzentrationslager durch sowjetische Truppen befreit. Die überlebenden Verfolgten der Nazis und ein Teil der deutschen Bevölkerung feierten das Ende des Krieges und ihre neu gewonnene Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.

Der 9. Mai wurde in der Sowjetunion als „Tag des Sieges“ ein Feiertag, an dem man den über 25 Millionen toten sowjetischen Zivilisten und Soldaten gedachte, die im Krieg und Kampf gegen das faschistische Deutschland ihr Leben verloren. Für die Nazis ging der Tag jedoch als „Tag der Niederlage“ in die Geschichte ein. So wurde er in der DDR für einige Jahrzehnte zu einem Feiertag, in der BRD jedoch bis heute nicht.

Die Forderung, dass der 8. Mai in Deutschland ein Feiertag werden soll wird schon seit Jahrzehnten besonders von Holocaust-Überlebenden vertreten. Eine namenhafte Vertreterin dieser Forderung war Esther Bejerano, die als Jugendliche das KZ Auschwitz überlebte. In einem offenen Brief schrieb sie 2020: „Ich will, dass ein lautes „Nein“ gesagt wird zu Kriegen, zum Waffenhandel. Wer den letzten Krieg vergisst, der bereitet schon den nächsten vor.“ und forderte eine klare Bekenntnis der Regierung zum Antifaschismus und Frieden, nicht nur auf dem Papier und einen Feiertag am 8. Mai um dem einen starken Ausdruck zu verleihen.

Was bedeutet der Tag für uns heute?

Besonders in den letzten Jahren sehen wir jedoch eine massive Steigerung der Aufrüstung und Waffenexporte in Deutschland. Durch die neue Regierung aus CDU und SPD wurden weitere Milliardenpakete für die Militarisierung beschlossen und wo Waffen produziert und exportiert werden, steigt die Gefahr, dass diese auch eingesetzt werden.

Aktuelle Umfragen zeigen, dass viele Jugendliche Angst vor Krieg in Deutschland haben, denn unsere Zukunft und Lebenspläne sind durch die steigende Gefahr vor größeren Kriegen besonders bedroht. Und diese Angst ist nicht unberechtigt, denn die internationale Lage verschärft sich immer weiter zu einem Wettrüsten der imperialistischen Mächte.

Der Verteidigungsminister Pistorius sprach kürzlich davon, dass Deutschland wieder „kriegstüchtig“ werden soll und SPD-Chef Klingbeil sagte, dass Deutschland „Nach knapp 80 Jahren der Zurückhaltung“ wieder zu einer internationalen „Führungsmacht“ werden solle und spielte damit direkt auf Deutschlands Rolle im Zweiten Weltkrieg an.

Statt den 8. Mai zu einem Feiertag zu machen, wurde unter der Ampel-Regierung letztes Jahr der sogenannte „Veteranentag“ eingeführt, welcher den Dienst aktiver und ehemaliger Bundeswehrsoldaten würdigen soll. Der Tag dient dazu, die Anerkennung und Normalisierung der Bundeswehr in der Bevölkerung zu stärken und die Bundeswehr so auch attraktiver für Jugendliche zu machen. Dies ist nur eine Maßnahme der Militarisierung der Gesellschaft neben weiteren, wie Bundeswehrbesuche an Schulen und der Wehrpflicht, wie sie von der CDU gefordert wird. In diesen Zeiten ist es umso wichtiger, dass wir als Jugend eine laute Stimme für den Frieden werden.

Doch es tut sich was. Wir sehen auch, dass in den letzten Jahren ein langsames Aufblühen der Friedensbewegung passiert und wir sind als Jugend zunehmend ein aktiver Teil darin. Zum diesjährigen Ostermarsch waren wir als Internationaler Jugendverein in vielen Städten Deutschlands mit tausenden Menschen auf den Straßen gegen die Aufrüstung, die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland und die Wehrpflicht.

Und wir müssen weiterhin konsequent für eine friedliche und lebenswerte Zukunft einstehen.

Um es mit den Worten Esther Bejeranos zu sagen: „Nie mehr schweigen, wenn Unrecht geschieht. Seid solidarisch! Helft einander! Achtet auf die Schwächsten! Bleibt mutig! Ich vertraue auf die Jugend, ich vertraue auf euch! Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“

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