Wir lassen uns nicht spalten!

Am 13. Februar gab es in München einen schrecklichen Anschlag auf einen ver.di-Streik in München, zwei Menschen starben. Schon kurz danach versuchten die AfD und weitere rechte Kräfte diesen Angriff für sich zu nutzen. Unter anderem die ver.di Jugend München stellte sich entschieden gegen diese Hetze. Um mehr darüber zu erfahren, wie das aussah haben wir mit Amani Pirkmann aus der Geschäftsführung der ver.di-Jugend München gesprochen.

Nach dem Anschlag am 13.02. war der Schock groß. Wie haben die Kolleginnen und Kollegen auf den Anschlag und auf das Versterben von Amel und Hafsa reagiert?

Es war am Tag selbst erstmal ein Riesenschock. Wir bekamen die Info, dass ein Auto in unseren Demozug gefahren ist. Sofort erreichten uns viele Nachrichten, ob es uns gut geht. Gleichzeitig versuchten wir wieder andere Kollegen zu erreichen, um zu fragen, ob es ihnen gut geht. In den darauffolgenden Tagen herrschte eine sehr angespannte Stimmung. Wir waren alle sehr traurig und konnten erstmal nicht wirklich realisieren, was passiert war. Als dann am Samstag klar wurde, dass zwei Personen den Anschlag nicht überlebt haben, wurde die Stimmung nochmal um einiges schlimmer. Wir konnten nicht fassen, dass zwei Personen das Ganze nicht überlebt haben. Wir haben in der Zeit versucht, miteinander zu trauern und gegenseitig für uns da zu sein. Der Zusammenhalt in dieser Zeit hat uns trotz der ganzen Trauer sehr viel Kraft gegeben.

Du hast zwei Tage nach dem Anschlag auf einer Kundgebung gegen die Vereinnahmung des Gedenkens durch die AfD gesprochen. Wieso war das dir und der ver.di-Jugend München wichtig?

Wir fanden es einfach schlimm mit anzusehen, dass die AfD das Leid unserer Kolleg*innen für ihre Zwecke missbrauchen will. Wir wollen als Gewerkschaft nicht, dass unser Schmerz für jegliche politische Zwecke genutzt wird. Als dann bekannt wurde, dass zwei Menschen gestorben sind und es den Angehörigen sehr wichtig war, dass der Anschlag nicht instrumentalisiert wird, war es uns noch wichtiger, etwas dagegen zu tun. Uns war es wichtig, die Stimme für die Leute zu erheben, die es gerade nicht können, aufgrund der Trauer.  Uns war es wichtig, dass der Wunsch der Familie berücksichtigt wird und was die AfD mit der Anmeldung ihrer Mahnwache ignorierte und sie dadurch den Vorfall politisch instrumentalisierte.

Der Rassismus in Deutschland wächst. Wie können wir als Aktive in den Gewerkschaften diesem Trend entgegentreten und dafür sorgen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter sich von der Hetze der Rechten nicht beeinflussen lassen?

In dem man zum einen verschiedene Workshops und Seminare besucht, in welchen man lernt, wie man sich gegen rechte Hetze wehren kann, denn umso besser unsere Aktiven geschult sind, desto besser kann man sich wehren. Es ist wichtig Aufklärungsarbeit zu leisten und Argumente zu finden und nicht einfach nur andere Meinungen als „scheiße“ abzutun. Je mehr Aufklärung und Argumente man gegen Rassismus und rechte Hetze findet, desto eher kann man die Leute überzeugen, dass ihre Meinung schwierig ist. Man kann die Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertretungen darin schulen, welche Möglichkeiten sie auch in ihrem Betrieb haben, um gegen Rassismus am Arbeitsplatz vorzugehen. Es passiert auch immer wieder, dass Personen alltagsrassistische Aussagen tätigen und gar nicht merken, dass sie gerade rassistisch sind. Manchmal reicht es auch einfach, die Menschen darauf aufmerksam zu machen. Es ist aber auch sehr wichtig, dass man sich selbst nicht in Gefahr bringt, wenn man versucht etwas gegen Rassismus und rechte Hetze zu unternehmen.

DAS INTERVIEW FÜHRTE HANNES WERNER

Wir vom Internationalen Jugendverein bekunden unsere Trauer um die Opfer und wünschen allen, die den Anschlag miterleben mussten, eine rasche physische und psychische Genesung. Wir solidarisieren uns mit den Arbeiterinnen und Arbeitern, die während ihrer Streikaktion durch solch eine schreckliche Tat angegriffen wurden. Für uns ist klar: Wir dürfen uns von derartigen Anschlägen weder einschüchtern noch spalten lassen! Die Versuche von rechten Kräften einen Keil zwischen die Arbeitenden zu treiben, indem sie den Anschlag für ihre rassistische Hetze nutzen, verurteilen wir. Wir als Arbeiterinnen und Arbeiter haben nichts von Rassismus gegen unsere migrantischen Kolleginnen und Kollegen und können stattdessen nur gemeinsam mit ihnen für die Verbesserung unser aller Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen und streiken!

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