„Drill, baby, drill“

Auch dieses Mal sind Extremwetterereignisse die Auslöser für eine verheerende Katastrophe. Während Valencia 2024, nach jahrelanger Dürre von heftigen Regenfällen überrascht wurde, die sich rasant zu einer dramatischen Flutkatastrophe entwickelten, brachen in Kalifornien nun riesige Feuer aus, die sich innerhalb weniger Stunden auf tausende Hektar ausbreiteten. Während die Löscharbeiten weiterhin andauern und sich Feuer immer wieder neu entfachen, wurden bereits mehr als 50.000 Menschen evakuiert. Viele haben alles verloren, was sie hatten und bislang wurden mindestens 28 Todesopfer gemeldet.

Brände hat es schon gegeben, bevor es Menschen gab!

So oder so ähnliche Argumente hört man oft von Menschen und Politiker*innen, die die Klimakrise immer noch leugnen und kleinreden wollen!

Natürlich entstandene Feuer, etwa durch einen Blitzschlag, haben in einem gesunden, dynamischen Ökosystem schon immer eine Rolle gespielt. So erklärt es auch Dr. Christopher Reyer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Doch was wir heute erleben, ist etwas völlig anderes. „Der Klimawandel, einschließlich der Hitze und Trockenheit, hat in den letzten zwei Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Hitze und das Ausmaß der Waldbrände im Westen der USA zugenommen haben“, so Clare Nullis von der Weltorganisation für Meteorologie. Die Zahlen sprechen für sich: In Diskussionen zum Klimawandel steht oft das 1,5°-Ziel im Fokus – der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur seit der vorindustriellen Zeit. Aktuell beträgt die Erwärmung bereits 1,6°C. Das Problem: Steigen die globalen Temperaturen durch unbegrenzte Treibhausgasemissionen bis Ende des Jahrhunderts über 4°C, wird der Planet für alle unbewohnbar. In vielen weiteren Regionen drohen Dürre und Ernteausfälle durch Wasserknappheit oder plötzliche Überschwemmungen. Lebensbedrohliche Temperaturen, Waldbrände und das Aussterben heimischer Tier- und Pflanzenarten sind die Folge – noch mehr Menschen verhungern, verdursten und verlieren ihre komplette Lebensgrundlage.

Verbrannte Erde, verbrannte Versprechen.

Viele Betroffene stehen vor dem Problem, dass ihre Versicherungen die entstandenen Schäden entweder gar nicht oder nur teilweise abdecken. Aber wie kann das sein, wenn Versicherungsunternehmen im Ernstfall doch eigentlich für den Schutz der Betroffenen verantwortlich sind? Eines wird dabei schnell klar: Auf ihre Profitgier ist Verlass – auf ihre Hilfe jedoch nicht!

In Regionen wie dem Stadtteil Palisades sind mittlerweile zehn Prozent der Hausbesitzenden ohne Versicherungsschutz. Doch selbst wenn eine Versicherung vorhanden ist, deckt sie oft nicht die gestiegenen Kosten für den Wiederaufbau – die Baukosten sind in den letzten Jahren erheblich angestiegen. Die finanziellen Belastungen treffen besonders die Menschen, die ohnehin in schwierigen Lebensverhältnissen stecken, keine ausreichenden Rücklagen haben oder unter prekären Bedingungen leben, also die Arbeiterklasse und Arme, die nun mit den Konsequenzen allein gelassen werden.

Wie zieht sich die Politik aus der Verantwortung?

Klimaschutzmaßnahmen? Katastrophenhilfe? Nicht mit Trump! 

Trumps Slogan „Drill, baby, drill“ ist mehr als eine Parole – es ist eine Kriegserklärung an die Umwelt und eine Liebeserklärung an die fossile Industrie, die bereits milliardenfach von Steuererleichterungen profitiert hat. Der geplante Rückzug aus Klimaschutzmaßnahmen wie dem Inflation Reduction Act hat schwerwiegende Folgen. Denn was passiert, wenn Trump auf fossile Brennstoffe setzt? Es sind wieder die Arbeiter*innen und Armen, die als Erste die verheerenden Folgen spüren. Ihre Häuser brennen, ihre Felder vertrocknen, und sie stehen ohne Hilfe da, während Milliardäre und Konzerne sich in Sicherheit bringen.

Schlimmer noch: Trump nutzt die Klimakatastrophen als politisches Druckmittel. Die Federal Emergency Management Agency (FEMA), die eigentlich dazu da ist, Leben zu retten, wird von ihm instrumentalisiert, um seine Macht gegenüber politischen Gegnern zu demonstrieren. Während einer Live-Übertragung der CBS News am 24.01.2025, erklärte Trump, dass er die Katastrophenschutzbehörde FEMA abschaffen möchte.

Wir müssen endlich begreifen: Keiner kann den Krieg gegen Mutter Natur gewinnen. Wer allerdings glaubt, dass Banken, Konzerne und Politiker*innen von selbst zur Vernunft kommen werden, der wird leider bitter enttäuscht. In einem System, das Profite über Menschenleben stellt, werden die Folgen des Klimawandels bewusst auf die Schultern derer abgewälzt, die ohnehin am härtesten kämpfen: Arbeiter*innen, Arme und Jugendliche. Das gilt es beim Kampf gegen die Klimakrise immer wieder aufzuzeigen. Denn nur unser Druck von unten ist es, der es mit der Profitgier der Unternehmen und am Ende auch der Klimakrise aufnehmen kann.

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