Das waren unsere Wintercamps

Gemeinsam haben wir dieses Jahr wieder unsere alljährlichen Wintercamps veranstaltet. Als IJV- und DIDF Jugend- Gruppen haben wir uns im Dezember in ganz Deutschland getroffen, um unsere Erfahrungen aus den Orten zusammenzutragen und voneinander zu lernen. 

Damit haben die Wintercamps eine wichtige Rolle für unsere Organisation. Wir organisieren uns bewusst dort, wo wir jeden Tag sind: wo wir arbeiten, lernen und wohnen. Diese Basisgruppen bilden das Fundament unserer Arbeit, denn sie knüpfen an den realen Problemen an, die uns im Alltag über den Weg laufen. 

Wie bauen wir unsere Camps eigentlich auf?

Damit diese Erfahrungen nicht vereinzelt bleiben, bringen wir sie zusammen. In unseren fünf Wintercamps (Nord, Ost, Süd, Hessen und NRW), die wir jährlich veranstalten, treffen sich dafür alle Ortsgruppen aus den jeweiligen Regionen, um das zu tun. In den Ortsgruppen können wir Erfahrungen aus unserem Alltag sammeln. Das Wintercamp bietet uns dann den Raum, unsere Erfahrungen aus den Orten zusammenzutragen, einzuordnen und eine gemeinsame politische Bewertung aufzustellen.

Politische Bewertung & unsere Arbeit als IJV & DIDF Jugend

Wenn also in Köln das Semesterticket teurer wird oder in Münster Studiengänge gestrichen werden, dann führen wir das auf die Politik der Landes- und Bundesregierungen, die Gelder für unsere Universitäten streicht, zurück. Was an einem Betrieb, einer Schule oder einer Universität als Einzelproblem erscheint, zeigt sich im Austausch als Erfahrung, die wir alle aus unserem Alltag kennen. In diesem Jahr standen dabei insbesondere Aufrüstung, Militarisierung und Sozialabbau im Mittelpunkt als Probleme, die uns am meisten beschäftigen. Wir sehen, wie Milliarden für die Bundeswehr und Rüstung bereitgestellt werden, während gleichzeitig an Bildung und Sozialleistungen gespart wird. Im Wintercamp verbinden wir diese allgemeinen politischen Entwicklungen mit unseren konkreten Erfahrungen vor Ort. So bleiben diese Probleme nicht vereinzelte Phänomene, sondern wir benennen sie als Auswirkungen derselben strukturellen Probleme, die uns als Jugend alle betreffen. In den Wintercamps können wir von anderen Städten und ihren Erfahrungen und Kämpfen lernen. Wenn also andere Orte bereits ähnliche Probleme erlebt haben, können wir auf diese Erfahrungen zurückgreifen und für unsere eigene Arbeit vor Ort nutzbar machen. So können wir sehen: Welche Aktionen haben anderswo funktioniert? Wo stehen andere Gruppen vor ähnlichen Herausforderungen? Welche Schlussfolgerungen ziehen wir daraus? Wie können wir diese Kämpfe verbinden? Gleichzeitig fließen die gemeinsamen Einschätzungen und Forderungen, die wir auf dem Wintercamp entwickeln, in unsere bundesweite Arbeit ein und werden dort weiter diskutiert. Aus diesen Fragen entwickeln wir gemeinsame politische Bewertungen und leiten daraus wiederum unsere Praxis ab. So können wir also erfolgreiche Kämpfe, die z.B. in Köln an der Uni geführt wurden, als wertvolle Erfahrung in alle Unis in NRW mitnehmen. 

Wie treten wir dann mit all diesen Themen nach außen?

Aus diesen Diskussionen ergab sich auf den Camps die Frage, wie wir unsere Interessen als Jugend nach außen tragen können. Genau deshalb war politischer Journalismus ein zentraler Bestandteil des Wintercamps. Einen ganzen Tag haben wir darüber gesprochen, warum unsere Perspektiven als Jugendliche in der Medienlandschaft kaum vorkommen und wie wichtig es ist, eigene Stimmen und eigene Medien aufzubauen. Unsere dieses Jahr erschienene Nachrichtenplattform „Jung & Laut“ ist für uns ein Mittel, um unsere Interessen laut zu machen, politische Zusammenhänge verständlich zu erklären und somit die Kämpfe, die wir führen, zu stärken. Somit soll die Jugend mit ihren Interessen auch in den Medien eine Gewalt werden, mit der gerechnet werden muss. Damit wir selber in der Lage sind, unsere Medien in jedem Ort selber machen zu können, wurden Workshops in Schreiben, Social Media und Layout gemacht. So schaffen wir es, unsere Erlebnisse, die wir im Alltag erleben, in jeder Stadt zu Reden, Reels und Flyer zu machen und verbreiten zu können. 

Das Wintercamp zeigt, wie unsere Arbeit aufgebaut ist: Unsere Erfahrungen werden von unten nach oben getragen und bundesweite Perspektiven wieder in die Ortsgruppen zurückgeholt. Diese Erkenntnisse fließen zurück in unsere Gruppen und helfen uns, konkrete Aktionen und Kampagnen zu planen, die uns vor Ort in unseren Basisgruppen am weitesten bringen. Aus den Camps werden wir erneut in unsere Basisgruppen in die Orte zurückkehren und unsere Arbeit gestärkt für das neue Jahr vorbereiten können.  

Wir haben aus jedem Camp Teilnehmer gefragt, was aus den gemeinsamen Tagen mit in den Ort genommen wird!


Hessen:
Johannes, 24, Gießen:

Beim Hessen-Wintercamp haben wir als neue Ortsgruppe vor allem aus den Workshops viel mitgenommen. Besonders der zur Campus-Stimme war super hilfreich, redaktionelle Abläufe, Themenfindung oder auch Fragen zu Finanzierungsmöglichkeiten und Aufgabenverteilung sind für uns nun viel klarer! Das motiviert und nimmt auch gleichzeitig Ängste, in Zukunft eine eigene Campus Stimme anzugehen. Die zwei Tage haben uns bestärkt, eigenen Journalismus von unten zu machen, um in unserem direkten Uni-Umfeld unsere Kommilitonen z.B. über die weiteren massiven Kürzungen aufzuklären, um Druck auf die Landesregierung aufzubauen. 

Gleichzeitig war es auch super schön, mit den anderen hessischen Ortsgruppen weiter Kontakte zu knüpfen und so auch zu merken, dass wir in unserem Kampf niemals alleine sind!


Norden: 
Flavia, 18, Hamburg:

Als Schüler nehme ich für die Arbeit im Ort mit, wie wichtig es ist, mit anderen Ortsgruppen in den Austausch zu kommen um sich gegenseitig in der praktischen Arbeit zu unterstützen und auch zu ermutigen! Ich weiß jetzt, dass wir weiter Schülerzeitungen veröffentlichen müssen, um unsere Position für alle sichtbar zu machen, nicht nur für organisierte Schüler. Beim Wintercamp konnte ich eine Art Basiswissen über die weltpolitische Lage bekommen und kann mich so privat weiter informieren. Außerdem habe ich gemerkt, wie wichtig auch Gespräche mit anderen Gruppen sind, um einen Überblick über unsere gesamte Organisation zu bekommen.


Osten:
Sonja Stabenow, 20, Berlin:

Als Studentin habe ich aus dem Wintercamp viel aus dem Austausch mit anderen Student:innen über deren Uni-Arbeit mitgenommen. Wir haben uns in einer Workshop Phase viel über bisherige Aktionen, Erfolge und Schwierigkeiten hierbei ausgetauscht und über verschiedene Methoden wie Social Media Arbeit oder das Erstellen von Semesterplänen gesprochen. Das war sehr produktiv, um die eigene Arbeit an der Uni nochmal zu reflektieren und auch von den Erfolgen der anderen Inspiration (und natürlich Motivation!) zu kriegen.

Sehr hilfreich waren die Workshops, die wir zu verschiedenen Formaten wie Reels-Drehen, Basis-Ausgaben oder Layout von Sharepics, gemacht haben. Für andere Formate, die wir teils noch nicht ausprobiert haben, wie z.B. Publikationen wie die “Campus-Stimme”, konnten wir Inspiration sammeln und können diese als Plan für das neue Jahr mit nach Hause nehmen. Alles in allem habe ich viel daraus mitgenommen, sich über unsere Arbeit auszutauschen und somit nochmal einen besseren Überblick über die eigene Arbeit zu schaffen und gleichzeitig neue Ideen und Motivation mitzunehmen.

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