Die Generation Z, geboren zwischen 1995 und 2010, wird oft als faul, arbeitsscheu und anspruchsvoll abgestempelt. CDU-Chef Friedrich Merz beklagt, dass wir mit „Work-Life Balance und Vier-Tage-Woche“ den Wohlstand gefährden würden. Arbeitgeberverbände warnen vor einer „verweichlichten Jugend“, die angeblich keinen Ehrgeiz mehr hat. Gleichzeitig plant die CDU mit Unterstützung der SPD eine Erhöhung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit, die den hart erkämpften Acht-Stunden-Tag angreift.
Doch wie sieht unsere alltägliche Realität in der Arbeitswelt wirklich aus? Und was bedeuten diese Pläne der CDU und SPD genau für unsere Rechte und unsere Zukunft? Ein Faktencheck.
„Die Generation Z will nicht arbeiten“
Die Wahrheit ist: Junge Leute arbeiten heute mehr als früher. Laut einer Studie (2025) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen seit 2015 um über sechs Prozentpunkte gestiegen und liegt jetzt bei rund 76 Prozent. Besonders auffällig: Immer mehr Studierende arbeiten nebenbei – ihre Erwerbsquote stieg um 19,3 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Auch unter Nicht-Studierenden gab es einen Anstieg auf knapp 86 Prozent. Wir arbeiten nicht weniger – denn das könnten wir uns bei den steigenden Kosten, sei es für Miete, Lebensmittel oder unsere Bildung, gar nicht leisten!
„Flexiblere Arbeitszeiten – mehr Freiheiten für GEN Z?“
Es wird oft suggeriert, dass Homeoffice und flexiblere Arbeitszeiten uns mehr Freiheit und Selbstbestimmung bringen. Merz und die CDU versuchen uns weiszumachen, dass die geplante Erhöhung der Arbeitszeit ein Vorteil für uns sei, indem sie von „mehr Flexibilität“ sprechen und dabei eine gewisse „Freiwilligkeit“ implizieren. Doch sind wir mal ehrlich: Wer arbeitet schon freiwillig mehr als acht Stunden täglich, nur um mit dem mageren Gehalt gerade so die steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten zu decken? Was als Freiheit verkauft wird, ist in Wahrheit einfach nur Ausbeutung – ob im Homeoffice oder Büro, ob mit festgelegten Stunden oder unbezahlten Überstunden. Diese „Flexibilität“ führt zu mehr Druck und weniger Freiheit, nicht zu echter Selbstbestimmung.
„Wer weniger als zehn Stunden am Tag arbeitet, ist faul!“
Die CDU redet von „Flexibles Arbeiten schafft neuen Wohlstand“ – aber das ist eine dreiste Lüge! Wenn die CDU von Flexibilität spricht, meinen sie nicht etwa unsere Entlastung, sondern den nächsten Schritt zur Profitmaximierung auf unserem Rücken! Wir dürfen niemals vergessen: Dinge wie der Acht-Stunden-Tag, Kündigungsschutz oder bezahlter Urlaub wurden uns nicht einfach so geschenkt, sondern durch jahrelange, harte Arbeitskämpfe erkämpft!
Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Wir arbeiten so viel wie noch nie, alles wird immer teurer und ein gutes, selbstbestimmtes Leben ist mit unseren niedrigen Löhnen unbezahlbar geworden. Gleichzeitig sehen wir, wie Presse und Politik genau das Gegenteil über uns behaupten: wir seien „faul“ und unzuverlässig. Dass diese Erzählung so präsent ist, ist kein Zufall: sie soll rechtfertigen, dass zunehmend eben diese Maßnahmen vorangetrieben werden, die uns unsere Rechte weiter nehmen, damit wir noch mehr arbeiten.
Das alles zeigt, wie wir weiterhin als arbeitende Bevölkerung unter Druck gesetzt und angegriffen werden. Die geplante Arbeitszeiterhöhung, die im Koalitionspapier der CDU, CSU und SPD festgehalten ist, ist dafür nur ein Beispiel von vielen: Weitere geplante Kürzungen für Sozialgeldbeziehende, die Verschärfung der Migrationspolitik und Debatten um unbezahlte Krankheitstage reihen sich ein in diesen Kurs. All das macht klar: Auch die neue Regierung macht keine Politik in unserem Interesse!
